Bildungskooperation mit der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen


Deutsch Lehren und Lernen an der Stiftung zur Förderung und Entwicklung der deutsch-russischen Beziehungen in St. Petersburg

Die Stiftung zur Förderung und Entwicklung der deutsch – russischen Beziehungen, kurz „Deutsch – Russisches Begegnungszentrum“, ist eines von 420 Begegnungszentren auf dem Territorium der ehemaligen UdSSR. Dank dem drb soll das Kulturerbe der Russlanddeutschen erhalten bleiben, die deutsche Kultur und Sprache verbreitet und die Interessen der Russlanddeutschen im wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und Ausbildungsbereich vertreten werden. Um die russlanddeutsche Minderheitenkultur in Russland zu fördern, wurde 1993 das drb auf Initiative der Bundesregierung Deutschlands gegründet. Bereits seit Beginn des 18. Jahrhunderts sind die Deutschen mit der russischen Geschichte eng verflochten. Peter I. lud viele westeuropäische Spezialisten ins Land ein, die sich unter vergünstigten Bedingungen in Russland ansiedeln konnten. Seine Nachfolger führten diese Politik fort. Im Laufe der Zeit entstand in Petersburg eine deutsche Siedlung, deren Bewohner sich durch eine gemeinsame Sprache, gemeinsame Traditionen und die Zugehörigkeit zur Lutherisch-Evangelischen Kirche zusammenfanden. Das drb möchte diese Traditionen wahren und ein Ort des kulturellen Austausches sein.

Das Alter der Besucher des Begegnungszentrums liegt zwischen 3 und 95 Jahren. Hier findet jeder das, was ihm am Herzen liegt. Einen großen Teil des Angebots werden durch Deutschkurse in verschiedenster Form abgedeckt. Sie werden für alle Altersgruppen angeboten. Seit seiner Initiierung 1993 wurden über 3.200 Sprachkurse für mehrere Tausende Teilnehmer im drb St. Petersburg und seinen Nebenstellen durchgeführt. Alle angebotenen Deutschkurse werden entweder von russischen Deutschlehrerinnen oder von deutschen Praktikanten/-innen geleitet. Großem Interesse erfreuen sich auch Treffen mit Muttersprachlern, die ausschließlich in deutscher Sprache durchgeführt werden. Bei der „Sprachinsel“ steht bei einer Vielzahl verschiedenster Aktivitäten, von Gemeinschaftsspielen bis hin zu philosophischen Diskussionsrunden, die Vermittlung der deutschen Sprache in kommunikativer Form und ohne speziellen Fokus auf grammatische Aspekte im Vordergrund. Neben all diesen Sprachkursen kann man sich im Begegnungszentrum auch auf eine andere Art und Weise der deutschen Sprache und Kultur nähern, so gibt es Theaterkurse für Kinder und Erwachsene, ein Puppentheater, einen deutschen Chor sowie Seniorenklubs.

Um die sprachbezogenen Angebote qualitätsmäßig fit zu halten und kommunikativen Unterricht zu sichern, ist zweifellos auch wichtig methodische, informative und konzeptionelle Arbeit mit und für DeutschlehrerInnen zu bieten. Netzwerk der Begegnungszentren im Rahmen der gesamten Informationsarbeit sowie der methodischen Arbeit  mit verschiedenen Ausgaben versorgt: wissenschaftliches Informationsbulletin über die Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen; „Moskauer Deutsche Zeitung“; Fachzeitschriften für Deutschlernende der Sonntagsschulen bei den BZ:  „Schrumdirum“  für Kinder von 7-13 Jahren samt Beilagen: „Schrumdi“  für Kinder von  5-8 Jahren;  „Warum Darum“ für Jugendliche von  13-17 Jahren; methodisches Bulletin für Deutschlehrer „Deutsch Kreativ“.n. Die Lehrer werden durch das

Dank freundlicher Kooperation mit der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen seit 2010 können sich die DaF-Lehrer des Deutsch-russischen Begegnungszentrums in St. Petersburg der seltenen Gelegenheit erfreuen – denn einmal im Monat werden Fortbildungskurse zu diversen Themen angeboten. Im Herbst 2015 war der Schwerpunkt der Fortbildung auf Kinder- und Jugendspracharbeit ausgerichtet. Und das ist auch logisch und wichtig – denn oft sprechen Russlanddeutsche kein Deutsch mehr zu Hause, und für die jungen Leute ist es doch notwendig und so kommen sie in das deutsche Kulturzentrum – ins drb. Manche Defizite konnten mit einheimischen Referentinnen abgedeckt werden. Die Fröbel-Pädagogin und Autorin des Lehrwerkes „Federleicht“ Olga Krukowa stützt ihre Seminarangebote immer auf Feinmotorik als Mittel zur Förderung der Sprachentwicklung. Anne Robert dagegen, die erfahrene Referentin des Hueber-Verlages, arbeitet mit modernen und aktuellen Produkten. Während ihres Seminares wurden die neuen Materialien „Sicher“ und „deutsch.com“ explizit studiert. Dadurch, dass unter Jugendlichen auch das Studium in Deutschland ein Thema sein kann, ging es unter anderem um Prüfungen und das neue Lehrbuch „Campus“, das für Studierende am Übergang der Sprachausbildung zum Fachstudium an einer deutschsprachigen Universität konzipiert ist. Das Kursmaterial in vier Bänden hilft Lernenden, den Beginn ihres Fachstudiums sprachlich und methodisch zu bewältigen.Die Hilfe der ZfA hat es  auch ermöglicht, die didaktische Bibliothek mit modernen Lehrwerken zu versorgen, vor allem mit spielerischen Materialien, die im Unterricht gut angewendet werden können.

Dank Unterstützung und Verständnis der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen in St. Petersburg und persönlichem Engagement von deren Leiter Herrn Gerd Fennefrohn, sowie dank Einsatz und Mitwirkung des Hueber Verlages wird wohl die Qualität der Sprachangebote am Deutsch-Russischen Begegnungzentrums in St.Petersburg in sicheren Händen liegen. Wir danken den Förderern und hoffen auf eine aufschlussreiche Fortsetzung der Kooperation in den nächsten Jahren.

 Stiftungsleiterin Arina Nemkowa

Fotos: Lehrerfortbildungsseminare 2015

 


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